Sonntag, die Stadt schwitzt – zwar nicht ganz so doll wie am Vortag, denn ein laues Lüftchen ist uns gnädig – aber nach dem Verlassen unseres Wagens am Parkplatz müssen wir einige hundert Meter durch heißes Sonnenlicht auf dem Bürgersteig ohne Laubschatten bis zum Ziel gehen: das Stadtmuseum. Hier ist um halb vier am Nachmittag ein Oh-Ton-Konzert angesetzt im Cafégarten.
Meine Ma ist noch zu Besuch und wir dachten, es könnte ein unterhaltsamer Nachmittag werden, wenn wir diese Kultursommerveranstaltung besuchen.
Ich weiß jetzt ganz genau, warum das Oh-Ton heißt: "Oh – ich weiß nicht, wozu es gut ist!"
Vielleicht hätte ich doch Musik studieren sollen, um zu verstehen, dass auch das Kratzen mit dem Fingernagel auf einer Gitarrensaite zur Kategorie Musik gehört und dass man nicht unbedingt laut und deutlich sprechen muss, um als Künstler anerkannt zu werden.
Der Apfelkuchen ist sehr lecker und als ich zu unseren Tischnachbarn sage, dass ich heute vermutlich reich wäre, wenn ich früher gewusst hätte, dass man auch fürs Töneausprobieren Geld bekommt, ist es zwischendurch sogar ganz lustig. Trotzdem – in der Pause verlassen wir den Cafégarten und gehen nochmal durch die stauende Hitze, wobei wir darüber diskutieren, warum die Leute geklatscht haben.
Mit dem Wagen fahren wir raus aus der Stadt, machen am Forellenteich einen kleinen Spaziergang, wirklich nur klein, weil Ma nicht gut laufen kann. Essen wollen wir hier nicht, Ma gefällt das Ambiente nicht besonders. Also zur Schleuse, da wissen wir, das die Küche gut ist und im Biergarten unter schattigen Bäumen schmeckt der Matjes.
Das Timing ist gut – in einer guten halben Stunde soll das erste Konzert am Prinzenpalais stattfinden: afrikanische Rythmen.
Wir sind superpünktlich da, der Platz ist noch fast leer, die Musiker sind beim Soundcheck. "Wird wohl nicht so voll wie gestern?" fragt Ma.
"Warte mal ab, ist noch früh. Gestern waren wir erst nach 22 Uhr hier."
Und richtig – während afrikanische Trommeln, begleitet von einer schönen weiblichen Stimme, die Hüften in Schwung bringen, füllt sich langsam aber sicher der Platz und als das zweite Konzert mit Sandy Dillon beginnt, ist es genauso voll wie am Vorabend.
Unglaublich, welch kraftvolle Stimme aus diesem zarten Körper einer Amerikanerin tönt, die Beschreibung im Programmheft trifft es auf den Punkt: Mischung aus Janis Joplin und Tom Waits. Drei Leute auf der Bühne, ein Gitarrist, ein Drummer und Sandy.
Geniales Konzert, Riesenbeifall und Zugaben – es hätte die ganze Nacht so weiter gehen können.
Mit einem Foto vom Sandy Dillon Konzert schicke ich euch in die 28. Woche diesen Jahres…
Sandy Dillon`s Site
…und mit einem BILDERRÄTSEL von einem alten Auto, dass hinter dem Konzertplatz stand
– wer weiß, welcher Fahrzeugtyp das ist ???

Herzelich einen fröhlichen Montag!!!
…und noch ein kleines Stückchen: die Lösung versteckt sich im Innenraum.

…OK, hab ein bisschen geschummelt: spiegelverkehrt.

Wer hat das gesagt?