Gruseliges Wetter heut. Ganz flüchtig hat irgendwann die Sonne durch die Wolkenmassen geblinzelt. Kalt und regnerisch seit dem späten Nachmittag. Wie immer mit Ma telefoniert, die den Kramermarktumzug im NDR gesehen hat. Ich nicht. Aber ich kenn den ja auch. Bisschen am Samtrock herum geschneidert. Mittagessen nachmittags gekocht. Abends ein bisschen “Wetten Dass”. Und dann war mir nach Fanta Vier. Im Hintergrund läuft “Tag am Meer”. Ich blättere in meinen Schulaufsätzen vom Deutsch- Leistungskurs am Abendgymnasium und in Liedertexten.
“Beschreiben Sie, was Sie fühlen, wenn Sie mit geschlossenen Augen etwas aus diesem Karton heraus gefischt haben” war eine Deutsch- Aufgabe. Nicht hingucken, keinesfalls hingucken. Stell dir vor, du hörst etwas und darfst nicht hinsehen und sollst beschreiben, was du fühlst. Welche Gedanken gehen dir dann im Kopf herum? Nein, nicht so einfach. Nicht einfach “gut” oder “schlecht” sagen. Das ist zu wenig. Ein bisschen genauer bitte. Wie groß ist dein Wortschatz? Liest du manchmal heimlich den Duden? Und wendest du die Worte an, die du im Laufe deines Lebens aufgenommen und im Hirn abgespeichert hast? Du hörst und liest ständig neue Worte. Im TV, im Radio, von der CD, aus der Zeitung… Werbezettel, Briefe, Bücher, Bedienungsanleitungen… was hörst du? Wenn du blind wärst…?
Hör die Stimme von der Merkel ohne sie zu sehen. Was hörst du? Da lispelt jemand. Eine andere Stimme klingt aggressiv, so dass du sie sofort abschalten möchtest. Eliminieren, alles unangenehme eliminieren. Sofort. Da kriecht Gänsehaut hoch und nicht nur der Rücken fühlt sich kalt an. Andere Stimmen sind unerträglich freundlich, weil sie immer freundlich klingen, egal, was sie mitteilen. Unsicherheit. Ganz deutlich. Erzeugt die Frage nach dem Warum. So ein ganz winziges Zittern im Hintergrund. Und Lachen ist nicht gleich lachen. Es kann auch zittern. Und es kann jede Menge Freiheit beschreiben. Das fühlst du sofort. Und du musst nicht immer die Fragen, die entstehen, aussprechen. Du kannst auch abwarten. Manchmal… vielleicht auch oft… kommt die Antwort von selbst. Je nachdem, ob und wie du gelebt und gelernt hast.
Und wie gesagt, mir ist nach Fanta Vier.
und aus MEGAVIER: Sonne Overload
Achtung-SONNE OVERLOAD ist Heavy
Du kommst zu mir, lallst mich voll, sagst, keiner kann dich leiden.
Du sagst zu mir, ich wäre toll, ich wäre zu beneiden.
Du sagst, du hättest einen Bauch, ne Brille auf.
Ich sag, ne Brille hab ich auch, doch die Leute stehen drauf.
Du sagst, die Welt ist gegen dich, das ist sie nur gelegentlich.
Reiß dich zusammen, bau dich auf und stell dich neben dich.
Lern zu lieben, wen du siehst und dazu gibt es einen Trick.
Sag: schnipp dippeldibip asiebndibip
schnippndibipnbadip sipndipndip
Hey, ich lass die Sonne rein, habe Spaß im Augenblick.
In Gedanken noch im Winter und die Nase voller Schnee.
Mhmh, da sag ich nee und drehe O.C.B.
Dann bin ich grenzenlos gedankenlos, schonungslos bedingungslos.
Kauf ein Zehn Mark Mücken Moos, auf die Plätze, fertig, los.
In der Tonne, in der Sonne, geh mir da raus, ja
und sag: skubedebubedebupdupnbedupndubah
skub skubadibobbeldibamm askibbeldibie
Ahaa, Thomas D. und seine Philosophie.
Was, wie, wollt ihr wissen, lässt wer die Sonne rein?
Die Antwort ist ganz einfach, hör einfach auf meinen Reim.
Ich erzähl euch aus meinem Leben, es kann spannenderes geben.
Was ich euch sagen will, das steht dazwischen, steht daneben.
Ich hoffe, ihr könnt lesen und verstehen, was ich mein.
Oder etwa nicht, ja, nein, Dobbeldidoch, na fein.
Poppeldipoppeldipositiv, positiv, nicht negativ.
Deshalb denke absolut und mache nicht auf relativ.
Bleibe bloß du selbst, hey, bleib ein Individuum
und scher dich einen Dreck um das, was die andern Leute tun.
Es ist nicht gut, immer nur warum, warum zu fragen.
Wenn das Schicksal dir was schenkt, dann fällt es schwer, nein zu sagen.
Kein Raus und kein Rein, kein bunter Schein, hau die Dogmen kurz und klein.
Sag Ja, nicht Nein, ganz allgemein – hey, lass die Sonne rein.
Ich wünsche euch einen schönen Sonntag!


Netzpolitik.org





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