Ich kuck grad extra-3 im NDR und denk, ich hör nich richtich, als der Moderator sagt, dass sei in Schweden wirklich so, dass die Leute dort protestierten, weil sie kein Atommüll- Endlager bekommen sollten. Und nach den Protesten wurde ihnen „wenigstens“ ein Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle genehmigt.
Tausende Schweden, sogar im Familienverbund mit Kindern, besuchen jährlich dieses Zwischenlager…
Kameraschwenk – eine Familie mit Kindern saust im Schachtmobil durch den Lagerstollen…
„Und die Besucher werfen sogar Münzen in den Schacht…“ sagt eine Sprecherin der Anlage.
Kameraschwenk – ein kleines Boot zuckelt auf einem See im Sonnenschein vorbei.
Und ein Mann, hemdsärmelig an einen Holzzaun gelehnt, sagt: „Dank des Kühlwassers vom AKW ist unser See immer gut temperiert, die Fische werden viel größer und der See friert nie zu“
Verdammt, so weit weg wohne ich nicht von Schweden. Wer von denen da oben, die zu sagen haben, ist eigentlich nicht irre???
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Sandmännchen kommt, wünscht euch eine ruhige Nacht…
… oder auch Schlafmütze genannt…
Sooooo ein superfauler Sonntach – ich weigere mich, die Heizung schon anzustellen. Schließlich strahlen ja fürs erste die Heizungsrohre im Fußboden genug Wärme ab. Aah, Fußbodenheizung denkt nun der ein oder die andere. Weit gefehlt, die könnte ich ja regulieren. Is aber nich, Pustekuchen.
So lange es irgend geht, werde ich diese Teufelsheizung ignorieren. Wollen wir doch mal sehen, wie die nächste Abrechnung ausfällt. Am Monatsende wird abgelesen.
So lange ich genug Kuscheldecken besitze, knüll ich mich mit denen in mein Sofa. Ich hab schon mal angefangen, Norwegerpullis für meine Wellis zu stricken und hab meine Ma, die Spezialistin in sowas ist, beauftragt, für die beiden Süßen Socken zu stricken. Natürlich in der gerade total angesagten Hundertwasser- Sockenwolle.
Heute musste ich allerdings noch nicht mit der Decke kuscheln, das Wetter hat sich wieder beruhigt. Und so habe ich angefangen, die alten Jeanshosen auseinander zu nehmen, Naht für Naht. Recycling nennt man das. Habe nämlich ein Super Schnittmuster für ein Dufflecoat- Jäckchen (das kann ich dann auch noch anziehen, wenn es noch kühler wird). Zusammen mit Resten eines soliden bestickten Stoffes wird das, glaub ich, ein tolles Teil. Und da ich ja solche Sachen nicht weg werfe, hab ich sogar die passenden Verschlussknebel.
Aber ansonsten war ich faul heute. Kochen ging schnell, Rest von gestern und der Wein war schon alle, den musste ich gar nicht trinken.
Hach ja – Sonntach kann schon schön sein.
Und euch wünsche ich einen guten Wochenstart. …eben umgehaun…
Übrigens sitze ich nur selten an der Nähmaschine. Viel öfter stehe ich an meiner Staffelei und male mir bunte Bilder. So wie das obige.
Das ist eine Ölpastellzeichnung von 1984 .
Wer da drin liegt? – Ich natürlich. Es geht doch nichts über ein gutes Bildbearbeitungsprogramm.
Schalk im Nacken, Blödsinn im Kopp, Übermut – wie auch immer das irgendwer nennen will oder inne Schublade packen (manche können ja nich anders) – das war ne kreative Nacht.
Zum Schluss hats mich in mein Gemälde gehauen. Peng!
Gruseliges Wetter heut. Ganz flüchtig hat irgendwann die Sonne durch die Wolkenmassen geblinzelt. Kalt und regnerisch seit dem späten Nachmittag. Wie immer mit Ma telefoniert, die den Kramermarktumzug im NDR gesehen hat. Ich nicht. Aber ich kenn den ja auch. Bisschen am Samtrock herum geschneidert. Mittagessen nachmittags gekocht. Abends ein bisschen “Wetten Dass”. Und dann war mir nach Fanta Vier. Im Hintergrund läuft “Tag am Meer”. Ich blättere in meinen Schulaufsätzen vom Deutsch- Leistungskurs am Abendgymnasium und in Liedertexten.
“Beschreiben Sie, was Sie fühlen, wenn Sie mit geschlossenen Augen etwas aus diesem Karton heraus gefischt haben” war eine Deutsch- Aufgabe. Nicht hingucken, keinesfalls hingucken. Stell dir vor, du hörst etwas und darfst nicht hinsehen und sollst beschreiben, was du fühlst. Welche Gedanken gehen dir dann im Kopf herum? Nein, nicht so einfach. Nicht einfach “gut” oder “schlecht” sagen. Das ist zu wenig. Ein bisschen genauer bitte. Wie groß ist dein Wortschatz? Liest du manchmal heimlich den Duden? Und wendest du die Worte an, die du im Laufe deines Lebens aufgenommen und im Hirn abgespeichert hast? Du hörst und liest ständig neue Worte. Im TV, im Radio, von der CD, aus der Zeitung… Werbezettel, Briefe, Bücher, Bedienungsanleitungen… was hörst du? Wenn du blind wärst…?
Hör die Stimme von der Merkel ohne sie zu sehen. Was hörst du? Da lispelt jemand. Eine andere Stimme klingt aggressiv, so dass du sie sofort abschalten möchtest. Eliminieren, alles unangenehme eliminieren. Sofort. Da kriecht Gänsehaut hoch und nicht nur der Rücken fühlt sich kalt an. Andere Stimmen sind unerträglich freundlich, weil sie immer freundlich klingen, egal, was sie mitteilen. Unsicherheit. Ganz deutlich. Erzeugt die Frage nach dem Warum. So ein ganz winziges Zittern im Hintergrund. Und Lachen ist nicht gleich lachen. Es kann auch zittern. Und es kann jede Menge Freiheit beschreiben. Das fühlst du sofort. Und du musst nicht immer die Fragen, die entstehen, aussprechen. Du kannst auch abwarten. Manchmal… vielleicht auch oft… kommt die Antwort von selbst. Je nachdem, ob und wie du gelebt und gelernt hast.
Wer hat das gesagt?