Die Zeit läuft uns davon….

Ein kurzer Bericht des ZDF über eine Gruppe, die im ehemaligen Torfabbaugebiet für die Renaturierung des Moores aktiv ist, war der Anlass, dass ich mich genauer informieren wollte.

An der B401 in Richtung Papenburg gibt es jede Menge dieser Torfabbaugebiete. Nahe Edewecht wird noch immer Torf abgetragen. Auf der trockenen Fläche liegen verteilt die Kunststoffreste der Drainage aus der Zeit der Trockenlegung. Das große Fahrzeug, dass den Torf (noch immer) zusammenschiebt, zerhäckselt diese Kunststoffrohre und niemand sammelt sie ein. Ein riesiger Berg von Torf türmt sich auf. Man sammelt ein, was das Zeug hält, bevor man gar nicht mehr in dieser Weise tätig werden darf.

Ich frage mich, warum nicht diese Abbaufirmen in die Pflicht genommen werden in Bezug auf die Renaturierung. Es müsste wirklich empfindliche Strafen geben für diese Verursacher, wenn sie nicht mit der gleichen Kraft, mit der sie den Abbau betrieben haben, die Renaturierung voran treiben.

den Grasfrosch müsste man hier viel häufiger sehen….

 

Hier nur ein kleiner Eindruck, was es bedeutet:

Auszug aus ELKE FREESE (2003): Hochmoor-Renaturierung und Gildenstruktur phytophager Insekten. – Diplomarbeit Universität Oldenburg Das Renaturierungsgebiet NSG „Stapeler Moor “

In südliche Richtung an das NSG „Lengener Meer“ schließt sich das ca. 600 ha umfassende NSG „Stapeler Moor“ an. Es handelt sich um ein Gebiet mit ehemals industrieller Abtorfung, wobei bei den zwei Abbauunternehmen (Fa. Waßmann, Fa. Strenge) das maschinelle Stechverfahren im Vordergrund stand. Das Gebiet wurde bereits 1983 von der Oberen Naturschutzbehörde (Bez.-Reg. Weser-Ems) als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die NSG-Ausweisung wurde auf der Basis des novellierten NNatG mit der „künftigen“ Bedeutung des Gebietes als Lebensraum für schutzbedürftige Arten oder Lebensgemeinschaften begründet.

Trotz der Schutzbestimmungen durfte die Firma Strenge bis Ende 1995, aufgrund der noch bis 2005 geltenden Abtorfungsrechte, den Abbau betreiben. In diesem Jahr ging das Unternehmen besonders im Süden massiv zur Frästorfgewinnung über, was schließlich aufgrund verschiedener Verstöße unterbunden werden musste. Der Torfabbau erfolgte in Abstimmung mit der Bezirksregierung Weser-Ems in Teilen sogar noch bis 1997.

Durch den Abbau sowie durch Sackungsvorgänge, die durch die tiefe Entwässerung hervorgerufen werden, liegt das Gebiet erheblich niedriger als das angrenzende Hochmoor. Heute wird das gesamte Stapeler Moor renaturiert. Die Oberfläche des Gebietes ist leicht geneigt, so dass zur Niederschlagsretention sogenannte „Polder“ angelegt werden. Dazu werden Dämme aus Resttorf aufgebaut. Innerhalb der Polder wird die Oberfläche horizontal planiert. Für das Wachstum der Torfmoose ist ein möglichst gleichmäßiger, oberflächennaher Wasserstand erforderlich. Deshalb verfügen die Polder über Überläufe, die überschüssiges Wasser abführen sollen. Im NSG Stapeler Moor bestehen zum Teil ungünstige Voraussetzungen, welche die Renaturierung behindern. Im Süden des Gebietes erfolgte der Abbau fast bis auf den mineralischen Untergrund; der stellenweise angeschnitten wurde. Über solche „Leckstellen“ kann das Niederschlagswasser versickern, und die Polder trocknen besonders in den Sommermonaten aus. Häufig entstehen Schrumpfungsrisse, welche die Dränung zusätzlich fördern. Das Gegenteil ist im Norden des Gebietes der Fall. Aufschwimmende Torfpackete verstopfen zeitweise die Überläufe, so dass es phasenweise eher zu einem zu hohen Wasserstand kommt.

Die Vegetation des NSG Stapeler Moor ist je nach Standortbedingungen unterschiedlich. Die trockenen Polderdämme werden von Besenheide (Calluna vulgaris) und Birken (Betula pubescens, B. pendula) dominiert. Die Besenheide siedelt sich zudem in den tiefergelegenen und feuchteren Polderflächen bevorzugt an. Meist ist sie hier mit der Glockenheide (Erica tetralix) und dem Schmalblättrigen Wollgras (Eriophorum angustifolium) vergesellschaftet. Ferner sind die Randbereiche der stehen gelassenen Hochmoorbänke, die durch die tiefe Entwässerung sehr trocken sind, bevorzugte Standorte von Calluna vulgaris. Das Pfeifengras (Molinia caerulea) ist überall häufig und oft in monodominanten Hochrasen, sowohl mit rasenförmigem als auch mit bultigem Wuchs, anzutreffen. Die Art profitiert von wechselfeuchten Bedingungen. Mit Ausnahme der nassesten Bereiche ist überall Birkenjungwuchs zu beobachten. Das sehr nässebedürftige Schmalblättrige Wollgras (Eriophorum angustifolium) wächst vorzugsweise in den ganzjährig überstauten Poldern. Dieses sind die Standorte, die teilweise bereits Torfmoose aufweisen. Je nach Wuchsbedingungen bildet die Art nahezu kreisrunde Flecken oder rasenförmige Bestände aus. Auf nackten, nassen Torfoberflächen wachsen häufig Sonnentauarten. Das Scheidige Wollgras (Eriophorum vaginatum) ist nur stellenweise mit einzelnen Exemplaren aufzufinden. Feuchte Senken werden häufig von der Flatterbinse (Juncus effusus) eingenommen. Verschiedene Seggen (z.B. Carex nigra, Carex canescens) vervollständigen die Bestände. Auf stehen gelassenen Hochmoorbänken sind Gebüsche aus Gagel (Myrica gale), Weiden (z.B. Salix aurita) und Faulbaum (Frangula alnus) häufig.

Was ist daran so schwer, falsches Handeln sofort zu verbieten und strafrechtlich zu verfolgen?

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