Barometer: auf zwiespältig
Normalerweise macht mich das immer sauer, wenn Gelder in großen Mengen ausgegeben werden von Menschen, die mit ihrem Reichtum wahrscheinlich vielen das Leben erleichtern könnten. Indem sie zum Beispiel Brunnen bauen in Afrika oder Medikamente kostenlos verteilen an Schwerkranke, die das Geld für eine gute Behandlung nicht aufbringen können. Auch unsere Regierung macht mich sauer, wenn sie für Unsummen neue Dienstwagen aus dem Konjunkturpaket ordert, anstatt sich darum zu kümmern, dass die Gummiparagraphen aus den Gesetzbüchern endlich verschwinden. (An dieser Stelle Danke an Hans für den Hinweis.)
Aber manchmal gerate ich selbst in Zwiespalt, so geschehen letzte Woche. Die Wellen schlugen hoch, als es um den neuen gläsernen Prachtbau in der Frankfurter Zeil ging, die Bürger protestierten heftig. Und im inzwischen fertiggestellten Gebäude (wenn man mal vom Dach absieht, dass kürzlich überraschenderweise etwas Regen durch ließ) spazieren ziemlich viele Securitys herum. Ich bin selbst künstlerisch veranlagt und bewundere Kunst in jeder Form. Und so konnte ich mich auch nicht wehren, als mich das Staunen überkam, als ich vor diesem Bauwerk, dieser architektonischen Kunst stand.
Auf zwei Seiten gelangt man über Rolltreppen nach oben, dem Himmel ziemlich nahe. Und den kann man beim Hochschweben permanent durch das Glasdach sehen. Vor Staunen vergaß ich zu zählen, ich glaube, es sind sechs Etagen.
Was mach ich nun? Mich schämen? Oder weiter bewundern, was Architekten sich da ausgedacht haben? Ist es dekadent oder nicht?


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